„Du MUSST ja für Olympia sein, Du bist ja Touristiker!“

Das hörte ich gelegentlich. Dann klärte ich auf. Mein Name ist Vincent, ich bin Gründer und Inhaber der Hamburg-Lotsen. Wir organisieren Hamburg-Programme und führen diese inkl. Stadtführungen für Gruppen bis ca. 200 Teilnehmer in Hamburg durch. Und natürlich ist mir Hamburg nicht egal, denn ich habe Die Hamburg-Lotsen vor fast 20 Jahren gegründet, weil ich Hamburg liebe. Und das ist auch der Grund, warum ich für Olympische und Paralympische Spiele in Hamburg gestimmt habe. Nicht, weil ich Touristiker bin.

Ich bin für die Spiele in Hamburg,

  • weil Investitionen in Barrierefreiheit, ÖPNV, Wohnraum, Sportstätten usw. flössen, die ohne Olympia in Hamburg nicht oder erst wesentlich später umgesetzt würden.
  • weil Hamburg durch Olympische und Paralympische Spiele international an Aufmerksamkeit gewinnen würde. 
  • weil wir über Jahre vom internationalen Stadtmarketing profitieren würden.
  • weil das Ausmaß wirtschaftlicher Impulse immens wäre.

Was mich an der Diskussion im Vorfeld wurmt: Es ist keine. Argumente und Gegenargumente sind noch keine Diskussion. Wo sind die Angebote, wo sind die Fragen, wo ist der Diskurs? Zumindest online findet jedes Argument DAFÜR sein Argument DAGEGEN. Insbesondere die Gegenstimmen sind laut und häufig unpräzise (meine Wahrnehmung). Wer hat sich das Konzept wirklich durchgelesen?

Nein, wir können das Geld nicht „sinnvoller verwenden“, denn ohne Olympia fließt das Geld gar nicht.

Warum liest man zu wenig Antworten auf die Fragen und Befürchtungen der Gegner? Beispiele:

  • Es wird befürchtet, dass Obdachlose aus dem Stadtkern vertrieben werden, um das Stadtbild aufzuhübschen. Warum gibt es in diesem Zuge keine konkreten Infos, dass man die Gelegenheit nutzt, um Projekte wie „Housing first“ voranzutreiben?
  • Es wird befürchtet, dass nach Olympischen Spielen in Hamburg die Mieten steigen. Warum gibt es hier nicht wenigstens die Zusage, Leerstand verpflichtend zu bekämpfen und z.B. airBNB nach Berliner Modell (oder strenger) zu regeln? Würde bedeuten: über airBNB dürfen nur einzelne Zimmer in regulär/selbst bewohnten Wohnungen vermietet werden.
  • Es wird befürchtet, dass die Sportstätten nach den Spielen verfallen. Aber der Großteil der Investitionen bzgl. Sportstätten geht in die Modernisierung/den Erhalt bereits bestehender Sportstätten.

Wer …

  • Investitionen in die bestehenden Hamburger Sportstätten fordert,
  • mehr Barrierefreiheit in Hamburg will,
  • mehr Wohnungen in Hamburg will,
  • endlich den ÖPNV vorangebracht sehen will,
  • mit intern. Stadtmarketing den Standort Hamburg nach vorn bringen will,
  • wer jungen Sportlern die Option auf Olympische Spiele in der eigenen Stadt ermöglichen will,

der/die muss pro Olympia stimmen. Ein „Nein“ gegen Olympische und Paralympische Spiele in Hamburg bremst unsere Stadt aus.

Nach Karl Jaspers ist „Die Grundlage einer Diskussion die Bereitschaft, eigene Interessen und Standpunkte zu revidieren, falls bessere Argumente vorgetragen werden.“ Wo sind die wirklichen Argumente gegen ÖPNV, gegen Barrierefreiheit, gegen moderne Sportanlagen, gegen Wohnungen?

Zugegeben: Die Politik und die Wirtschaft schüren nicht gerade Vertrauen. Olympia-Gegner nehmen als Beispiel häufig die Kostenexplosion der Elbphilharmonie, den „Bergpfad“ am Berliner Tor, das Chaos Osterstraße, den Elbtower u. v. m. Keine Beispiele dafür, das alles rund läuft. Umso schöner, dass es für die Olympia-Baustellen ein fixes Enddatum geben wird. Manche sagen „Das wird doch eh nicht fertig!“ Aber wo bleibt der Optimismus? Die Euphorie? Die Zuversicht, die diese unsere Stadt so groß gemacht hat? Es wird nicht ohne Baustellen gehen. Es wird eine Weile nicht ohne Einschränkungen gehen. Aber wer immer nur plakativ „Dagegen“ ist, für den hätte es nach dem Rad nie die Achse gegeben.

Fassen wir zusammen. Mit einem Zitat meines Namensgebers Vincent van Gogh. Er schrieb an seinen Bruder Theo, um ihn zu ermutigen, den eigenen Weg zu gehen und sich von gesellschaftlichen Konventionen oder Ängsten nicht zurückhalten zu lassen.

„Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren?“

PrOlympia – FÜR Olympische und Paralympische Spiele in Hamburg!

 

Ich respektiere die Meinung all derer, die dagegen sind – vorausgesetzt, die Meinung ist haltbar. „Die Linke“ z.B. plakatiert, wir gäben Millarden für 14 Tage aus. Aber ÖPNV, Infrastruktur, Sportstätten usw. bleiben uns doch erhalten?! Wer mit Halbwahrheiten agiert, um mit populistischen Phrasen den schlecht informierten Wähler zu ködern … Mit Verlaub: Sowas kennt man sonst nur von der AfD.

Lieber noch mehr Argumente PrOlympia?!:

Das Bild, Hamburg könne keine Großprojekte, greift zu kurz. Wenn man genauer hinschaut, sieht man eine Stadt, die sehr wohl komplexe Entwicklungen über Jahrzehnte steuern kann.

Die HafenCity ist dafür das beste Beispiel: ein ehemaliges Hafenareal, das systematisch zu einem neuen Stadtquartier mit Wohnungen, Arbeitsplätzen und Infrastruktur entwickelt wurde – ohne dass das Konzept grundsätzlich gescheitert wäre. Auch der Hafen selbst gehört zu den leistungsfähigsten Logistikstandorten Europas und läuft täglich unter enormer Komplexität stabil.

Dazu kommt der öffentliche Nahverkehr, der kontinuierlich ausgebaut und modernisiert wird, sowie Einrichtungen wie das UKE, die langfristig wachsen und funktionieren.

Das zeigt: Hamburg kann Stadtentwicklung, Infrastruktur und komplexe Systeme sehr gut managen. Schwierigkeiten entstehen vor allem bei einzelnen, stark symbolischen Prestigeprojekten, bei denen Kosten, Erwartungen und öffentliche Aufmerksamkeit besonders hoch sind.

Deshalb ist die richtige Einordnung nicht ‚Hamburg kann keine Großprojekte‘, sondern: Hamburg kann sie sehr wohl – aber bei Prestigeprojekten ist das Risiko politisch und finanziell größer. Olympische und Paralympische Spiele in Hamburg sind kein Prestigeobjekt – aber sie können es werden, wenn wir es richtig machen.

P.S.: Ach ja, eins noch: Wer die Olympischen Spiele ablehnt, weil er/sie as korrupte IOC nicht unterstützen möchte: Ihr boykottiert hoffentlich auch die Fußball-WM, bzw. alles, was damit zu tun hat?! Zugegeben, das IOC ist ebenfalls problematisch, aber stärker zentralisiert und seit 2000er Reformen etwas kontrollierter.

P.P.S.: Falls auch Du Dein Foto Prolympia branden möchtest, hier entlang: https://www.hamburger-sportbund.de/aktuelles/spiele-in-hamburg/sharepic-generator-olympia-paralympics

Bitte stimm(t) am/bis 31. Mai für Olympische und Paralympische Spiele in Hamburg.

Eine Aufnahme der wunderbaren Tanja Hall - https://tanah4.wixsite.com/tanahall