Becherpfand auf St. Pauli.

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Pfand aufs Herz: Das war überfällig. Aber zugegeben: Ein Pfandsystem auf St. Pauli zu installieren/etablieren ist nicht die leichteste aller Herausforderungen. Aber der Reihe nach…

Das Glasflaschenverbot auf St. Pauli ist nun schon seit 10 Jahren aktiv (HIER Details nachlesen). Löblicher Gedanke damals; gab es doch zu viele Verletzungen durch geschmissene Pullen und/oder abgeschlagene Flaschenhälse. Das für nen Deckel „Kleiner Feigling“ keine Hundertschaft ausrückt dürfte klar sein. Kommt’s jedoch zu Meinungsverschiedenheiten, zu denen die Besatzung der Davidwache anrückt, dann kann es teuer werden: Bis zu 5.000,- €! Und auch die regulär zumeist aufgerufenen 60,- € können an anderer Stelle mit höherem Entertainmentfaktor ausgegeben werden. Das Glasflaschenverbot (das übrigens auch Gläser beinhaltet…) gilt in diesem Areal:

Vielerorts werden Getränke daher an Wochenenden in Plastikbechern ausgegeben – insbesondere die reinen Getränke-Kioske, die ohnehin nur über die Fensterbank verkaufen. Angesichts der Tatsache das immer mehr Bars, Kneipen und Clubs auf Strohhalme verzichten ein Irrsinn (von der Zuckerwatte aus Plastikeimern beim Hamburger Dom ganz zu schweigen…). Doch deutliche Besserung ist nicht nur in Sicht, nein, es geht direkt los. Wenn auch zunächst nur mit einigen wenigen Länden, aber die Initiatoren hoffen, dass es schnell mehr werden. Sozusagen das kleine Opening einer großen Initiative, die sich natürlich „im real life“ auch erstmal einpendeln muss.

Statt Wegwerfbechern gibt es nun also Pfandbecher (zunächst mit Olivia Jones, Domenica und Hans Albers). Die Becher kosten 1,- € Pfand und tun somit nicht weh (Rückgabe/Umtausch natürlich in allen beteiligten Läden). Und wer sie trotzdem wegwirft unterstützt nen Flaschensammler. 0,10 € pro ausgegebenem Pfandbecher gehen als Spende an ein Projekt, das gemeinsam mit den Machern der Aktion „Pfand gehört daneben“ ausgesucht wird. Schönes Ding; eine rundum gelungene Sache.

Natürlich wird es auch hier Zweifler geben, aber das ist auch ganz anderen großartigen Ideen schon passiert. Hoffen wir darauf, dass die nachfolgende Liste der teilnehmenden Stellen schnell wächst. Und auch wenn die Becher im einen oder anderen Laden ruck-zuck vergriffen sind: kann es ein größeres Kompliment für die Macher geben?

Liebe Kiezgänger, Biertrinker, Kneipengäste usw.: Bitte macht mit! Fragt auch am Zapfhahn/am Tresen Eures Vertrauens, ob der Betreiber mitmacht. Und wenn nein: Warum nicht.

Ich wünsche mir, dass das Glasflaschenverbot ebenso zum Einwegbecherverbot wird. Bis es soweit ist auch hier der Aufruf, den wir bei jeder Kieztour mit den Hamburg-Lotsen predigen: Kommt nach St. Pauli, feiert Tage und Nächte durch; fühlt Euch wie zuhause, aber bitte benehmt Euch nicht so. Und BITTE: Zahlt lieber für ein akkurates Bier und/oder nen Gin Tonic lieber nen Euro mehr und unterstützt damit die Kneipen und Bars auf dem Kiez. Stellt Euch die geile Meile mal ohne Bars und Clubs, dafür nur mit Saufkiosken vor – wer DAS will, der hat auf St. Pauli nichts zu suchen.

Willkommen im herzlichsten Stadtteil der Welt – willkommen bei den ersten Mitmachern des Pfandsystems:

Alle aufgeführten Läden geben die Becher gefüllt ab (und bitte gebt dem System noch ein paar Tage, bis die Becher überall vorrätig sind). Nein, die Becher werden nicht versendet – weder von den beteiligten Läden, noch von uns! :c) Falls in der Liste/auf der Karte ein Laden fehlt: Lasst uns gern wissen, wo Ihr die Pfandbecher entdeckt habt – HIER geht´s zu den Kontaktdaten.

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(Stand: 03. September 2019)

Weitere Infos/Quellen: